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Maria di Rohan von Gaetano Donizetti

Melodrama tragico in tre atti (deutsche Erstaufführung der neuen wissenschaftlich kritischen Ausgabe)

Termine

Konzertante Aufführung am 8.5.2011 im RADIALSYSTEM V, Berlin

Besetzung

Maria, Contessa di Rohan ÍRIDE MARTÍNEZ
Riccardo, Conte di Chalais JESÚS LEÓN
Enrico, Duca di Chevreuse ROBERT HYMAN
Armando di Gondi CHRISTINE KNORREN
De Fiesque IPCA RAMANOVICH
Il Visconte de Suze ADAM CIOFFARI
Aubry RAUL ALONSO
Un Famigliare DAVID STINGL

Choreinstudierung: BARBARA KLER
Musikalische Leitung: FELIX KRIEGER

Es spielen Chor und Orchester der berliner operngruppe

Maria di Rohan ist Gaetano Donizettis vorletzte Oper und zählt zu seinen musikalisch reifsten Werken. Sie wurde am 5. Juni 1843 im Theater am Kärntenertor in Wien uraufgeführt und wurde nach einer erfolgreichen Uraufführung in den folgenden zwanzig Jahren noch oft gespielt, bis die meisten seiner Werke, wie die des Belcantos überhaupt, von der damals moderneren Musik eines Verdi, Wagner oder Gounod von vielen Bühnen verdrängt worden sind. Bis heute zählen Donizettis L´elisir d´amore, Don Pasquale oder Lucia di Lammermoor zum beliebten Standardrepertoire aller Opernhäuser weltweit. Der größte Teil seiner Opern hingegen ist in Vergessenheit geraden und nur sehr wenig bekannt, so auch Maria di Rohan. Und dies nicht zu Recht: die Oper enthält wunderbare Arien, geradezu prototypische Meisterstücke des Belcanto, die durch einfallsreiche Melodik mit strahlender Virtuosität glänzen.

Nach der deutschen Erstaufführung von Verdis Opernerstling Oberto, Conte di San Bonifacio durch die berliner operngruppe im vergangenen Jahr ist es für alle, die musizierend oder hörend mit dabei waren, nun besonders interessant, sich mit einem unbekannten Werk auseinander zu setzen, das nur drei Jahre nach Verdis Oberto aus der Feder eines hingegen sehr reifen Meisters entstanden ist, der damals zu Verdis großen Vorbildern zählte.

Fotos von der Aufführung im Radialsystem

Copyright: Ralf Legler (www.foto-legler.com)

Fotos von den Proben

Copyright: Ralf Legler (www.foto-legler.com)

Handlung

1. Akt: Nach einem ausgedehnten Machtkampf zwischen König Louis XIII und seinem Minister, Kardinal Richelieu. schwingt Louis zur Freude seiner Gefolgschaft wieder obenauf. Doch so erbaulich dieser Umschlag für die Königstreuen ist -darunter Riccardo-, so bedenklich ist er für die andern, für die Parteigänger des Ministers, darunter auch Enrico, der nun verhaftet wurde und die Todesstrafe zu befürchten hat. Maria di Rohan, welche Enrico auf Druck ihrer sterbenden Mutter heiraten musste, obwohl sie Riccardo liebte, sieht nur noch einen Ausweg, ihren Mann zu retten: Ihr einstiger Freund, bekanntlich ein Günstling des Königs, soll sich bei Louis für ihn verwenden. Diesen Liebesdienst für seinen äußerlich begünstigten Rivalen kann sie nur deshalb von ihm erwarten, weil ihre Ehe auf Anweisung des Ministers während eines Jahres nicht bekannt gegeben werden durfte. So hat Riccardo keine Ahnung, dass sie verheiratet ist. Von ihr herbeibestellt, erwartet er sie mit klopfendem Herzen. Zwar akzeptiert er ihren Auftrag ohne weiteres, erkundigt sich aber doch nach ihren Gefühlen und ist erschrocken, als sie ihm sagt, dass sie ihn nicht mehr lieben dürfe. Allein gelassen, bricht sie in Verzweiflung aus. Da erhält sie einen Zettel, dem sie entnehmen kann, Enrico sei bereits begnadigt worden. Die Uneigennützigkeit Riccardos rührt sie ungleich mehr als die Befreiung ihres Mannes. Dann zieht sie sich zurück. Gondi, ein flatterhafter junger Edelmann, verdächtigt Maria im Gespräch mit der versammelten Gesellschaft, sie sei die Mätresse von Kardinal Richelieu. Riccardo, rechtzeitig hinzugetreten, fordert ihn entrüstet zum Duell heraus. Da kommt Enrico aus dem Gefängnis. Gerührt umarmt er Riccardo, dankt ihm für seine Rettung und sichert ihm seine Bereitschaft zu, sein Leben für ihn zu opfern. Ebenso euphorisch sehnt er sich danach, Maria umarmen zu können. Als auch sie hinzugekommen ist, enthüllt er den Versammelten, dass er ihr Gatte sei - denn heute ist ihr erster Hochzeitstag, an dem die Geheimhaltungspflicht entfällt. Riccardo fällt aus allen Wolken, seine Freundin möchte in den Boden sinken, und Enrico ist mit seinem Glück tragisch allein. Unter vielen Gratulationen an die Eheleute löst sich die Versammlung auf.

2. Akt: Bei sich zu Hause wartet Riccardo auf die Stunde des Duells. Nachdem er Maria verloren hat, träumt er davon zusammen mit seiner schwerkranken Mutter die Welt zu verlassen. Da sucht ihn Gondi auf und bittet ihn um einen kurzen Aufschub des Duells, da er zuvor von einer Freundin seiner Kindheit Abschied nehmen wolle. Dieses im Falle Gondis überraschend keusche Treffen gewährt ihm Riccardo mit beißendem Spott. Da kommt Maria: um nicht neuen, gefährlicheren Gerüchten Vorschub zu leisten, trägt sie eine Maske. Ängstlich rät sie ihm zur Flucht, da Richelieu wieder die Oberhand über den König gewonnen habe. Doch bevor er sich entscheiden kann, ertönt die Stimme ihres Mannes, der Riccardo zum Duell begleiten will, um ihm zu sekundieren. Rasch schiebt Riccardo seine Geliebte in die angrenzende 'Waffenkammer und schließt die Tür. Dann tritt Enrico ein und schreitet nach einer verächtlichen Prüfung des eher ästhetisch als mordhandwerklich begeisternden Degens, den Riccardo vorgesehen hat, zur Waffenkammer, um ihm einen neuen auszusuchen. Bevor er jedoch die Tür erreicht, entdeckt er die Maske Marias, die sie draußen liegen ließ. Voreilig nimmt Riccardo sie und sich selbst in Schutz: Sie sei zwar irgendwann bei ihm gewesen, doch jedenfalls nicht aus Liebe. Enrico, stutzig geworden, reagiert zunächst mit Ironie ... befasst sich dann aber wieder mit dem Duell. Glücklicherweise hat er den Degen vergessen, will also die Waffenkammer nicht mehr betreten und muntert seinen Freund nur noch mit Worten auf. Dann geht er ihm unverhofft zum Schauplatz des Duells voraus. Wieder mit seiner Geliebten allein, kann sich Riccardo nicht mehr beherrschen und entlockt ihr ein Geständnis ihrer ganzen Leidenschaft. Draußen mahnt die Kirchenglocke ans Duell und einmal ruft ihn auch ein Bote Enricos, doch die Liebenden vergessen Welt und Zeit.

3. Akt: Begreiflicherweise wirkt Maria am folgenden Morgen im Hause Enricos sehr zerknirscht. Enrico musste für Riccardo kämpfen und ist verwundet, wenn auch nicht schwer. Gleichwohl denkt er nur an eines: seinen von Richelieu tatsächlich bedrohten Freund durch einen Geheimgang wegzubringen. Während er abseits Vorbereitungen trifft, bekennt Maria Riccardo ihre Gewissensnote, für die er geringes Verständnis zeigt. Verzweifelt wendet sie sich an Gott und tröstet sich schließlich mit dem Gedanken, dass ihre Mutter im Himmel, die sie einst zu dieser Ehe zwang, ein bitteres Ende verhüten werde. Doch nachdem Riccardo heil entronnen ist, erhält Enrico Post von Richelieu: einen Liebesbrief Riccardos an Maria, den er im Hinblick auf das Duell vor ihrem gestrigen Besuch verfasste. Jetzt erinnert sich Enrico wieder an die bei seinem Freund entdeckte Maske seiner Frau und an Riccardos verräterisches Verhaken. Seinem Schrecken weicht der Schmerz, dem Schmerz die Wut. Er bestellt Maria zu sich ins Zimmer und macht ihr mit furchtbarer Ironie und immer größerem Sadismus deutlich, dass er alles weiß. Da schlägt eine Glocke; Maria entfährt ein Schrei. Enrico stutzt, dann aber leuchten seine Augen. Anscheinend haben die beiden gerade auf diesen Zeitpunkt ein weiteres Treffen festgelegt. Und in der Tat, Riccardo steht unter der Tür, Enrico holt Pistolen für das unvermeidliche Duell mit seinem Freund, zieht sich mit ihm zurück und tötet ihn.